Schmuck von Boucher

Schmuck von Boucher

Marcel Boucher wurde 1898 in Frankreich geboren und wanderte in den 20er Jahren nach Amerika aus. Schon in Frankreich hatte er bei Cartier eine Ausbildung durchlaufen und setzte diese bei Cartier in New York fort. Anschließend arbeitete er für Mazer Bros. Zusammen mit Arthur Halberstadt gründete er 1937 die Firma Boucher & Cie. Während Halberstadt für die kaufmännische Seite zuständig war, kümmerte sich Marcel Boucher um Entwurf und Produktion.

In den Jahren vor Kriegsbeginn entwarf Boucher vorwiegend Schmuck aus Weißmetall und Strass. Viele der Stücke lehnen sich an die Entwürfe für Echtschmuck an. Bedingt durch die Rationierung von Weißmetall zugunsten der Rüstungsindustrie wurden nach Kriegsbeginn Entwürfe für Schmuck in Silber umgesetzt. In dieser Zeit zog Boucher nach Mexiko, um von der dortigen Silberproduktion zu profitieren. Er fertigte seine Schmuck auch dort. Nach Kriegsende kehrte er nach New York zurück und führte die Produktion dort weiter; neben Schmuck aus Sterlingsilber wurde auch wieder Schmuck aus anderen Metallen gefertigt.

Ab 1945 trugen alle Stücke eine fortlaufende Nummer, entsprechend der Nummer im Firmenkatalog, das erleichtert heute die Einordnung des Entstehungsjahres. 1949 verließ Arthur Halberstadt die Firma, die nun von Boucher und seiner Frau allein weitergeführt wurde. Im gleichen Jahr wurde Sandra Raymonde Semensohn als Designassistentin verpflichtet. Sie blieb bis auf eine Unterbrechung von 1958 bis 1961 in der Firma und wurde 1964 Marcel Bouchers Frau. Im gleichen Jahr starb Boucher und Sandra Boucher blieb Leiterin der Firma, bis diese 1972 an die Firma Davorn Industries verkauft wurde.

Marcel Boucher kann  sicherlich als einer der begabtesten Designer für Modeschmuck gelten. Er hat wie kein anderer mit einer Leichtigkeit seine Ideen in Schmuck umgesetzt. Besonders die Serien aus den Jahren 1940 und 1941, die aus rhodiniertem Metall und Email gefertigt wurden und vielfach einen Bewegungsmechanismus hatten, sind herausragend: der Hampelmann mit Kette, die Mexikaner in vielen Varianten, und Blüten sowie Gemüsebroschen sind begehrt und selten. Boucher & Cie. hatten 1956 ungefähr siebzig Angestellte, waren also für amerikanische Verhältnisse eine eher kleine Firma mit einer kleinen Produktion. Daher sind Stücke von Boucher schwer zu finden.

Das frühere Firmenzeichen, mit dem Schmuckstücke von Boucher gemarkt sind, ist die phrygische Haube. Sie wurde ab Beginn bis Ende 1949 benutzt, anschließend wurden die Stücke „Boucher“ gestempelt und dies ab 1955 in Verbindung mit dem ©-Zeichen

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